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Titelbild Kanzleimarketing

2. Änderungen in der Lohnverrechnung

2. Änderungen in der Lohnverrechnung

2.1 Neue Sozialversicherungswerte ab 1.1.2007

Wie jedes Jahr ändern sich auch zu Jahresbeginn 1.1.2007 viele für die Sozialversicherung relevante Beträge. So steigt zB die monatliche Höchstbeitragsgrundlage ab 1.1.2007 von bisher 3.750 € auf 3.840 €, die Geringfügigkeitsgrenze steigt von bisher 333,16 € auf 341,16 €. Die Beitragssätze bleiben für 2007 unverändert. Einen Überblick über sämtliche Sozialversicherungswerte finden Sie in der beiliegenden Tabelle.

Die Rezeptgebühr steigt um 10 Cent auf 4,70 €. Das e-card-Serviceentgelt in Höhe von 10 € bleibt gleich und ist steuerlich als SV-Pflichtbeitrag absetzbar. Für am 15.11.2006 bestehende Dienstverhältnisse wurde das Serviceentgelt 2007 bereits mit den Novemberbeiträgen eingehoben.

Sonstige Änderungen

Meldung der Schwerarbeitszeiten

Mit 1.1.2007 tritt die Schwerarbeitsverordnung in Kraft. Als Schwerarbeit zählen Tätigkeiten, die unter körperlich oder psychisch besonders belastenden Bedingungen erbracht werden (Männer ab 2000 kcal, wie zB Bauarbeiter, Maler und Anstreicher, Möbelpacker; Frauen ab 1400 kcal, wie zB Krankenpflegerin, Heimhilfe, Kellnerin, Köchin, Physiotherapeutin). Als Schwerarbeitszeiten gelten jedenfalls Zeiten iSd Nachtschichtschwerarbeitsgesetzes. Dienstgeber haben ab 1.1.2007 den Krankenversicherungsträgern Schwerarbeitszeiten ihrer Dienstnehmer zu melden. Die Meldung ist jeweils für das abgelaufene Jahr bis Ende Februar des Folgejahres zu erstatten, erstmalig also Ende Februar 2008 für das Kalenderjahr 2007. Die notwendigen Aufzeichnungen sind aber bereits ab 1.1.2007 zu führen.

Verzinsung von SV-Rückständen

Ab 1.1.2007 werden Rückstände von SV-Beiträgen mit 6,74% (2006: 5,93%) verzinst.

Anmeldefrist bei der Gebietskrankenkasse unverändert

Die geplante Verschärfung der ASVG-Meldepflichten (sofortige Anmeldung zur Pflichtversicherung bei Arbeitsantritt) gilt im Rahmen eines Pilotversuches weiterhin nur für das Burgenland und wurde bisher nicht auf das gesamte Bundesgebiet ausgedehnt (siehe aber die Ausführungen zu Punkt 1). Für die übrigen Bundesländer gilt im Jahr 2007 die Anmeldung daher nach wie vor als zeitgerecht, wenn sie innerhalb der satzungsgemäß erstreckten Frist von 7 Tagen erfolgt.

Im Lohnzettel 2007 auch Arbeitsstätte anführen

Jeder Lohnzettel, der nach dem 1.1.2007 ausgestellt wird, muss auch die letzte Arbeitsstätte des Arbeitnehmers enthalten, der er zugeteilt war. Es handelt sich dabei um feste Betriebstätten; Baustellen und mobile Verkaufsstellen gelten nicht als Arbeitsstätte.

Einstufung von Lehrbeauftragten ab2007

Der Verfassungsgerichtshof hat bekanntlich mit Urteil vom 20.6.2006 die in § 25 Abs 1 Z 5 zweiter Satz EStG enthaltene Regelung, wonach Bezüge, Auslagenersätze etc der Vortragenden, Lehrenden und Unterrichtenden an Erwachsenenbildungseinrichtungennicht unter die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit fallen, mit Wirkung ab 2007 als gleichheitswidrig aufgehoben. Zur Vermeidung von Übergangsproblemen für bis 31.12.2006 vom Lohnsteuerabzug ausgenommene Bildungseinrichtungen können die unter die aufgehobene Regelung fallenden Vortragenden, Lehrenden und Unterrichtenden noch für das gesamte Wintersemester 2006/07 nach der bisherigen Rechtslage behandelt werden.

Grenze für Kleinstunternehmer im GSVG an Kleinunternehmerregelung im UStG angepasst

Ein Unternehmer kann eine Befreiung von der Pflichtversicherung (Kranken- und Pensionsversicherung) beantragen, wenn er glaubhaft macht, dass der Jahresumsatz 2007 aus der nach GSVG oder FSVG versicherungspflichtigen Tätigkeit den Grenzbetrag von € 30.000 (bis 2006: € 22.000) sowie die Einkünfte 2007 aus der betreffenden Tätigkeit € 4.093,92 nicht übersteigen. Die Befreiung gilt im Wesentlichen nur für „Jungunternehmer“ und für Pensionisten mit Nebentätigkeit (Antrag muss spätestens bis 31.12. des laufenden Jahres bei der SVA eingelangt sein).

2.3 Ausländerbeschäftigung in Österreich nach dem EU-Beitritt Bulgariens und Rumäniens

Für diese neuen EU-Bürger gilt ab 1.1.2007 die Sichtvermerks- und Niederlassungsfreiheit. Sie benötigen daher keinen Aufenthaltstitel (Visum) mehr. Hingegen bleiben aber Beschränkungen des Arbeitsmarktes und des Dienstleistungsverkehrs für diese neuen Beitrittsländer aufrecht. Die Regelungen sind inhaltsgleich mit jenen Regelungen, die ab 1.5.2004 für den Beitritt der damals neuen EU-Staaten gegolten haben. Dies bedeutet, dass grundsätzlich für bulgarische und rumänische Staatsbürger nach wie vor Beschäftigungsbewilligungen einzuholen sind. Für entsandte Arbeitskräfte in bestimmten Dienstleistungssektoren, wie zB gärtnerische Dienstleistungen, Baugewerbe, Reinigung, Hauskrankenpflege und Sozialwesen ist eine Entsende- oder Beschäftigungsbewilligung bzw EU-Entsendebestätigung vorzulegen.

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