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Titelbild Kanzleimarketing

Highlights aus dem 2. EStR-Wartungserlass 2008

Highlights aus dem 2. EStR-Wartungserlass 2008

4.1 Vergütungen für höchstpersönliche Tätigkeiten

Vergütungen für höchstpersönliche Tätigkeiten sollen nach Auffassung der Finanzverwaltung ab 1.7.2009 demjenigen zugerechnet werden, der die Leistung persönlich erbringt und nicht etwa einer zwischengeschalteten Kapitalgesellschaft, welche die tätigen Personen zur Verfügung stellt. Als Beispiele für derartige höchstpersönliche Tätigkeiten werden in den EStR angeführt: Schriftsteller, Vortragende, Wissenschafter oder „drittangestellte“ Vorstände. Die Rechtsansicht der Finanzverwaltung ist umstritten und wir von zahlreichen Experten kritisiert. U.a. wird darauf hingewiesen, dass eine Änderung in der Zurechnung der Einkünfte nur bei Vorliegen von Missbrauch (wie dies auch vom VwGH bereits bestätigt wurde), aber keinesfalls durch einen generell angeordneten Durchgriff durch die Rechtsform einer Kapitalgesellschaft erfolgen kann.

4.2 Private Verwendung von Bonusmeilen

Analog zur Regelung für Dienstnehmer soll auch die private Verwendung von Bonusmeilen im betrieblichen Bereichpauschal mit 1,5 % der betrieblichen Aufwendungen (vor allem Flugkosten) als Entnahme behandelt werden.

4.3 Konvertierung von Fremdwährungskrediten

Darlehenskonvertierungen von einer Fremdwährung (Nicht-Euro-Währung) in eine andere (z.B. von Schweizer Franken in Yen) führen nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes auch im betrieblichen Bereich zu keinem steuerlich relevanten Tausch und lösen daher keine Gewinnrealisierung aus. Allfällige Kursgewinne sind daher sowohl bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern als auch bei Bilanzierern erst bei Konvertierung der Fremdwährung in den Euro oder in eine über fixe Wechselkurse zum Euro gebundene Währung oder bei Tilgung des Fremdwährungskredites zu versteuern.

4.4 Abschreibungsbasis bei vermieteten Gebäuden

Wird ein entgeltlich erworbenes Gebäude (z.B. ein Zinshaus oder eine Eigentumswohnung) vermietet, ist die steuerlich absetzbare Gebäudeabschreibung von den anteilig auf den Gebäudewert entfallenden Anschaffungskosten (Kaufpreis + Nebenkosten) zu berechnen. Wird das Gebäude erst mehr als ein Jahr nach dem Kauf vermietet, sind für die Berechnung der Gebäudeabschreibung die fiktiven Anschaffungskosten (= im Wesentlichen der Verkehrswert) zum Zeitpunkt der erstmaligen Vermietung heranzuziehen. Wurde ein Gebäude bereits einmal für Vermietungszwecke eingesetzt und zwischendurch privat genutzt, ist bei erneuter Vermietung die bisherige Abschreibung fortzusetzen. Die Zeiten der zwischenzeitlichen Nichtvermietung kürzen den Restbuchwert und die Restnutzungsdauer nicht.

Aufgrund einer 2008 beschlossenen Gesetzesänderung ist für ab 1.8.2008 unentgeltlich erworbene (zB geerbte) vermietete Gebäude die Gebäudeabschreibung des Rechtsvorgängers unverändert fortzusetzen (bei Erwerb vor dem 1.8.2008: Berechnung von den fiktiven Anschaffungskosten). Die dabei anfallende Grunderwerbsteuer ist nach Ansicht der Finanz nicht abzugsfähig. Die Finanzverwaltung lässt eine Abschreibung von den fiktiven Anschaffungskosten großzügigerweise aber auch dann zu, wenn bei einem unentgeltlich erworbenen Gebäude der Rechtsvorgänger (Erblasser, Geschenkgeber) die Vermietung bereits eingestellt hat und der Rechtsnachfolger (Erbe, Geschenknehmer) erst nach einem Zeitraum von mehr als 10 Jahren seit Einstellung der Vermietung durch den Rechtsvorgänger wieder eine Neuvermietung beginnt. Dies soll auch dann gelten, wenn der Geschenknehmer oder Erbe innerhalb von drei Monaten nach dem unentgeltlichem Erwerb die Vermietung beendet und erst nach mehr als 10 Jahren wieder mit einer neuen Vermietung beginnt.

4.5 Sonstige Änderungen und Klarstellungen

  • Die im Zusammenhang mit einer unentgeltlichen Betriebsübertragung anfallenden Kosten (Grunderwerbsteuer, Einverleibungskosten) sind als Privataufwand steuerlich nicht absetzbar.

  • Wertpapiere, die zur widmungsgemäßen Verwendung des Freibetrages für investierte Gewinne angeschafft wurden, können auch gemeinsam mit privaten Wertpapieren auf einem Wertpapierdepot gehalten werden.

  • Ab der Veranlagung 2008 dürfen Ärzte die von der Krankenanstalt bei der Honorarabrechnung abgezogenen Beträge für die Nutzung der Krankenanstalt („Hausanteile“) nicht mehr zusätzlich zum Betriebsausgabenpauschale absetzen.

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